Frauenpower und Tee – Im LML-Interview Sandra Bührmann von mom-to-mom


Foto: mom-to-mom

„If you are cold, tea will warm you.

If you are heated, it will cool you.

If you are depressed, it will cheer you.

If you are excited, it will calm you.“

– William Gladstone –

 

Tee ist eine feine Sache. Er ist Seelentröster und auch ein bisschen Wundermittel. Er kann wärmen, kühlen, beruhigen, anregen oder entspannen. Die richtige Kräutermischung kann hierbei erstaunliche Wirkungen entfalten und gerade uns Frauen durch so manche Turbulenz hindurchhelfen. Das faszinierte auch Sandra Bührmann. Die gebürtige Hamburgerin und studierte Betriebswirtin im Außenhandel, war erfolgreiche Unternehmerin im Bereich Logistik und Qualitätskontrolle. Während dieser Zeit bekam sie zwei Kinder, die heute 13 und 10 Jahre alt sind. Es folgte eine Scheidung, eine neue Liebe und eine weitere Schwangerschaft. Und der Wunsch nach beruflicher Veränderung. Mit der Gründung von mom-to-mom geht sie neue Wege und erfüllt sich ihren Herzenswunsch: Wohlbefinden schenken von Mama zu Mama. Im Interview spricht sie über das Geheimnis des richtigen Teewassers, ihren Mama-Alltag und wie sie die Welt für Frauen gern verändert sehen würde.

Gründerin Sandra Bührmann Foto: mom-to-mom

Erzähl uns, wie kamst Du auf die Idee zu Deinem Business?

Während meiner dritten Schwangerschaft kam der große Wunsch der Veränderung. Ich bin ich mir nicht sicher, ob das am Alter oder an der Schwangerschaft lag. Die Idee Teemischungen zu verkaufen, kam aus einer Situation in meiner Küche. Ich mischte mir meine Kräutertees, die mir unheimlich gut taten. Überall lagen diese Teetüten herum und mein Mann fragte mich, ob ich nicht mal meinen „Müll“ wegräumen möchte. So kam die Idee, schon fertige Mischungen in einer schönen Teedose zu kreieren. Gesagt getan.

Allerdings musste ich mir schnell eingestehen, dass ein Unternehmen wieder von vorne aufbauen und „nebenbei“ ein Baby zu bekommen und gefühlt alle zwei Stunden zu stillen, keine gute Idee war. So ließ ich mir noch etwas Zeit und bereitete alles step by step vor. So richtig losgelegt habe ich dann erst vor zwei Jahren, als mein Sohn ein Jahr alt war.

Woher kommt der Name mom-to-mom?

Der Name war plötzlich da. Ich musste gar nicht lange nachdenken. mom-to-mom. Von Mama zu Mama. Die Mission ist schon fest im Namen verankert. Eine Mutter empfiehlt einer Mutter nur das Beste. Egal, ob ein gut gemeinter Rat, ein bestimmtes Produkt oder eben einen Entspannungstee. Mir liegt es am Herzen, all den Mamis und schwangeren Frauen zu mehr Wohlbefinden zu verhelfen. Die mit Liebe ausgesuchten Kräuter kommen direkt aus der Natur und haben teilweise eine Heilgeschichte, die hunderte von Jahren zurückliegt.

Woher rührt Deine Liebe zu Tee?

Ich muss ehrlicherweise sagen, dass ich auch ein absoluter Kaffeefan bin. Ich trinke zwar morgens meinen Tee, aber ohne Kaffee geht es bei mir gar nicht. Wenn ich zu viel Kaffee trinke, habe ich immer das Gefühl den Kaffee reduzieren zu müssen. Das Gefühl hat man bei Tee nicht. Im Gegenteil, wenn ich mehr Tee trinke, fühle ich mich einfach viel besser. Die Wirkung merke ich sehr schnell. Tee verbinde ich mit Entspannung, Auszeit, Genuss und Entschleunigung. Es ist kein Getränk, das auf Knopfdruck aus der Maschine kommt. Ein Tee braucht Zeit, muss zubereitet und will genossen werden. Genau diese kleine Auszeit braucht eine Mama im stressigen Alltag.

Ist Tee gleich Tee? Oder gibt es Tees für bestimmte Phasen im Leben?

Nein, Tee ist nicht gleich Tee! Noch widmen wir uns bei mom-to-mom auch nur den Kräutertees. Sicherlich haben andere Teesorten auch ihre positiven Effekte auf den Körper.

Unsere Kräutertee-Mischungen zielen immer auf ein bestimmtes weibliches Bedürfnis ab. Der „Klapperstorchtee“ für den Kinderwunsch, der „Nicht-übel-Tee“ für die bekannten Umstellungen im ersten Schwangerschaftstrimester, „Ruhig Blut“ für die Entspannung. Wir haben uns hier immer auf 1-2 Kräuter fokussiert, die in diesen Phasen sehr unterstützend wirken können.

Natürlich gibt es auch in der Schwangerschaft gewisse Kräuter, die bei vorzeitigen Wehen vermieden werden sollten. Hier spielt natürlich die Menge eine wesentliche Rolle. Salbei sollte man zum Beispiel nicht in der Stillphase trinken, sondern eher als Hilfsmittel zum Abstillen.

Auch hier empfehle ich allen Frauen: Bei Unsicherheit oder Bedenken, immer Rücksprache mit der Hebamme halten. Wir arbeiten mit vielen Hebammen zusammen, die unsere Mischungen weiterempfehlen.

Foto: mom-to-mom

Welches ist Dein persönlicher Lieblingstee und warum?

Das ist schwierig. Es gibt für jede Situation einen Tee. Jedoch habe ich bei dem Periodentee „Frauenglück“ die schnellste und effektivste Wirkung gespürt. Jeden Monat war ich für 1-2 Tage absolut nicht zu gebrauchen und habe auch entkrampfende Schmerzmittel nehmen müssen. Schon im ersten Zyklus bei 1-2 Tassen Tee am Tag, habe ich die Verbesserung gespürt. Seitdem trinke ich den Tee regelmäßig jeden Monat.

Ruhig Blut“ ist wiederum der ideale Entspannungstee in den Abendstunden. Den vitalisierenden „Frauenpower“ trinke ich mittlerweile jeden Morgen.

Foto: mom-to-mom

Zelebrierst Du selbst regelmäßig ein richtiges Teeritual? Welche Tipps hast Du dafür?

Ja absolut, aber ehrlich gesagt viel zu selten. Am schönsten ist es, wenn ich meine morgendliche Yogastunde um 5.30 Uhr schaffe (manchmal komme ich einfach nicht hoch). Nach dem Yoga trinke ich dann in aller Ruhe im Garten den Frauenpowertee. Idealweise schlafen dann noch alle und ich habe wirklich Ruhe und Entspannung bis der Tag bei uns startet. Diese kleinen Momente sind die, die unheimlich viel Kraft und Glück bringen. Ich lebe nach dem Motto: Lebe im Hier und Jetzt. Viele neigen dazu, sich unendlich mit der Vergangenheit oder Zukunft zu beschäftigen und verlieren den Moment.

Stimmt es, dass das Wasser bei der Zubereitung von Tee immens wichtig ist. Was ist zu beachten und hast Du konkrete Tipps?

Die Qualität einer Tasse Tee hängt zu 80% vom Wasser ab und nur zu 20% vom Tee selbst. Die Frische des Wassers ist sehr wichtig. Wasser, das lange in der Leitung oder im Wasserkocher steht, verliert an Sauerstoff. Dieser trägt wiederum zum Geschmack des Tees bei. Das Wasser für den Tee nur einmal aufkochen lassen. Bloß nicht ewig lange sprudeln lassen, da sonst der Sauerstoff entflieht.

Leitungswasser ist bei den hohen Wasserstandards in Deutschland absolut ok. Abhängig von der Region kann das Wasser relativ hart sein. Hier empfehle ich einen Wasserfilter.

Das LAUFMAMALAUF-Motto lautet „Wir lieben unser bewegtes Leben!“. Was heißt das für Dich? Wie sieht ein typischer Tag in Deinem bewegten Leben aus?

In der Woche läuft der Tag so ziemlich routiniert ab. Ich stehe als erste auf, mache idealweise meine Runde Yoga und wecke dann die Großen. Meist ist der Kleine dann auch wach und wir frühstücken gemeinsam. Das ist mir sehr wichtig. Wir quatschen über unsere Tagespläne, Abläufe, Schule etc. Die Großen sind dann auf dem Weg zur Schule und ich bereite den Kleinen für die Kita vor. Ich muss dazu sagen, dass dies vor der Corona Zeit so war. Der Kleine geht nach dem Lockdown leider noch nicht in die Kita und bleibt dann entweder Vormittags mit mir oder bei Oma (wenn ich im Büro bin). Sobald die Kids gegen 15 Uhr aus der Schule kommen, bin ich zu Hause und wir machen gemeinsam Schulaufgabe oder lernen für Klausuren. Ein ganz normales Mama Leben. Wenn ich viele geschäftliche Termine habe, muss ich entsprechend planen. Zum Glück haben wir sehr engagierte Omas und Opas, die schon immer sehr viel Zeit mit ihren Enkelkindern verbracht haben.

Was motiviert dich?

Im Alltag sind meine Kinder die größte Motivation. Deren Leichtigkeit und Art und Weise zu denken, holt einen immer wieder auf den Boden der Tatsachen. Kinder haben die Kunst, aus einem anfänglich schlechten Tag, wieder einen guten Tag zu machen. Umgekehrt leider auch….(lacht!).

Im Job motiviert es mich sehr, wenn ich positive Rückmeldungen meiner Tees bekomme. Eine Schwangere, die durch den Nicht Übel Tee gut durch das erste Trimester gekommen ist oder diverse Nachrichten über eingetretene Schwangerschaften durch unseren Klapperstorchtee. Das macht mich unheimlich glücklich und bestärkt immer wieder aufs Neue.

Findest Du Zeit für Sport? Wenn ja, was machst Du dann?

Nächste Frage bitte (lacht!!)

Viel zu wenig. Ich war mal sehr sportlich, habe mind. 3x Woche Yoga, Pilates und Zumba gemacht. Laufen war ich auch mal regelmäßig 2x die Woche. Mit zunehmend mehr Arbeit, einem 3. Kind und gefühlt viel mehr zu tun, verliert sich der Gedanke. Regelmäßiger Sport ist auf meiner 2020 Todo-Liste ganz oben.

Was ist das Nervigste am Leben mit Kind?

Jedes Alter hat seine Tücken. Mein ältester Sohn ist gerade 13 Jahre und komplett in der Pubertät. Meine 10 Jährige Tochter ist momentan extrem zickig und streitet sich permanent mit ihrem großen Bruder. Mitten drin der Kleine. Da braucht man wirklich starke Nerven.

Was findest Du am schönsten am Mamasein?

Die Liebe zum eigenen Kind ist schon etwas ganz besonders. Man sieht andauernd Dinge, die einen selbst spiegeln. Die Entwicklung der Kinder ist so spannend, es wachsen eigenständige Menschen heran. Haben eigene Bedürfnisse, Charakterzüge und Wesen. Diese Entwicklungen machen einen schon sehr stolz als Mama.

Nach Deinen Erfahrungen als Gründerin, was würdest Du Frauen raten, die eine eigene Business-Idee verwirklichen wollen?

Man sollte vorher sehr genau analysieren, ob es nur eine „Idee“ ist oder ob man wirklich den Willen hat diese Vision umzusetzen. Mit allen Hürden und Anstrengungen. Als Frau mit Kindern ist es unverzichtbar ein gutes Backup zu haben.

Wenn all diese Punkte gegeben sind, dann einfach machen und immer fokussiert sein. Ein gutes Netzwerk ist extrem wichtig. Je nachdem in welchem Business Bereich man sich bewegt, sind Gespräche mit anderen Unternehmerinnen sehr wichtig. Lerne von anderen und vorallem auch von denen, die „gescheitert“ sind. Die Auswahl eines fähigen Beraterstammes (Gesellschaftsrecht und Steuerberater) ist langfristig gesehen die beste Investition. Gerade im Falle eines schnellen Unternehmenswachstums kann es einem das Genick brechen, wenn die Berater dem nicht gewachsen sind und falsche Ratschläge geben. Dass die Ratschläge falsch waren, merkt man meist erst nach vielen Jahren.

Wenn man kaufmännisch nicht versiert ist, sollte man sich immer einen kaufmännischen Partner mit hinzuziehen.

Wenn Du für Frauen (gesellschaftlich, politisch,..) etwas „bewegen“ könntest, was wäre das und warum?

Spätestens seit Ausbruch der Corona Pandemie wissen wir, was Frauen in diesem „System“ als Krankenschwestern, Erzieherinnen, Hebammen, Kassiererinnen und Mütter leisten. In Punkto Bezahlung, Arbeitsbedingungen, Mutterschutz und Elternzeit als selbständige Unternehmerinnen sind wir die klaren Verliererinnen. Da muss einiges getan werden.

 

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Viele Dank, liebe Sandra, für das inspirierende Gespräch!

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